Kunstpreis Europas Zukunft

Am 23. Oktober 2015 fand die elfte Verleihung des „Kunstpreis Europas Zukunft“ statt. Bei der diesjährigen Preisträgerin handelt es sich um Anna Witt. Auch ihr wird, wie allen vorausgegangenen Preisträgern, eine Ausstellung in der Galerie für Zeitgenössische Kunst gewidmet. Diese kann in der Zeit vom 23. Oktober 2015 bis zum 31. Januar 2016 besucht werden.

Der vom Unternehmen alpha 2000 gestiftete Preis wird seit 2003 jährlich in enger Zusammenarbeit mit der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig verliehen. Von 2003 bis 2008 richtete er sich an jüngere KünstlerInnen aus post-kommunistischen Ländern. 2008 beteiligte sich alpha 2000 an „Carte Blanche“, einem Projekt der Galerie für Zeitgenössische Kunst, das privates Engagement in der Kunst untersuchte. In diesem Zusammenhang wurden Arbeiten der ersten fünf Preisträgerinnen und Preisträger gezeigt. Gleichzeitig wurde die Ausrichtung des Preises überarbeitet. Seit 2010 überschreitet die Auslobung des Preises die Grenzen der Europäischen Union und bezieht sich auf ein Europa, das einen gemeinsamen kulturellen und geistigen Raum beschreibt und dessen Grenzen nicht scharf zu ziehen sind.

 

Der mit 5.000 Euro dotierte Kunstpreis, inzwischen einer der wichtigen Preise im Bereich der gegenwärtigen Kunst, ist nicht mit einem bestimmten künstlerischen Projekt oder mit dem Ankauf eines Kunstwerkes verbunden, sondern als eine Ermutigung für junge Künstlerinnen und Künstler gedacht, ihren künstlerischen Weg fortzusetzen.

Zum Preis bekommt die Preisträgerin/ der Preisträger eine Plastik, die vom in Leipzig lebenden und in verschiedenen kulturellen Kontexten aufgewachsenen Künstler Oliver Kossack gestaltet wurde. Des Weiteren erhält die Preisträgerin/ der Preisträger eine Einzelausstellung in der Galerie für Zeitgenössische Kunst.

 

Die Erfahrung eines repressiven Umgangs mit bestimmten künstlerischen Ausdrucksformen in der DDR findet einen Nachhall in der bewussten Förderung von Positionen, die nicht dem gesellschaftlichen Mainstream entsprechen. alpha 2000: „Wir wollten einen Preis ins Leben rufen, der sich von den vielen anderen Preisen für junge Kunst unterscheidet. Es war damals naheliegend, sich einem Teil Europas zuzuwenden, der nicht so sehr im Aufmerksamkeitsfokus lag, mit dem wir, die wir in der DDR aufgewachsen sind, aber durchaus vertraut waren. Auf fünf Jahre wollten wir uns deshalb zunächst festlegen, um dem Preis eine Entwicklungschance zu geben. Nun haben wir den Adressatenkreis des Preises geöffnet und beabsichtigen, ihn auch in den kommenden fünf Jahren zu verleihen. Heute gibt es viele Konzepte darüber, was Europa ist oder sein sollte. Deutschland könnte im besten Fall eine wichtige Mittlerrolle spielen und ein friedliches Miteinander fördern. In der Kunst sehen wir ein geeignetes Mittel, um sich miteinander zu beschäftigen, ohne sich gleich politisch oder wirtschaftlich zu binden.“